Die Neuzeit, ein Alptraum

Gedankenanstoß

Sobald die „sachliche Auseinandersetzung“ mit einer Glaubenslehre beginnt, ist es meiner Erfahrung nach das Ende des Glaubens. Und danach kommt nicht das Wissen, sondern der Unglaube.

Die Entwicklung unserer Kultur stirbt mit dem Dogma der „Sachlichkeit“. Welches „sachlich gute“ Werk eines Künstlers kann gleichzeitig von Herzen kommen?

Wer verliebt sich „sachlich korrekt“ in jemanden oder eine Idee? Wie kann Liebe oder Hingabe „sachlich Bestand haben“? Schon allein die Frage scheint mir paradox.

Johannes 3:16f (Luthers Bibelübersetzung 1545)
16 Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde.

Der christliche Glaube an den Retter-Gott steht im Widerspruch zum „sachlich korrekten Weltbild“ der Neuzeit im Abendland. Heute gilt es nur noch die Welt zu erklären (ohne jeden höheren Sinn, der dem Ganzen zu Grunde liegt, oder auf den die Suche zielt).

Wie sollen wir aus diesem Loch heraus kommen, ohne uns auf das Mystische oder „Unsachliche“ einzulassen, was uns fasziniert, aber nicht kalt lässt – wie es die „Natur“-Wissenschaft tut, welche uns von unserer (menschlichen) Natur entzweit?!

Die Entscheidung, Taijiquan als wichtigen Teil seines Lebens zu betreiben, ist m.E. nicht ohne Annäherung an die Philosophie des Daoismus denkbar. Die chinesischen Künste sind Teil der jahrtausendealten Tradition von Daoismus, Buddhismus und Konfuzianismus. Im Gegensatz zur westlichen rein körperlichen Beziehung zum Kampfsport steht die ganzheitliche Durchdringung in asiatischen Kampfkünsten. Die Neue Welt hat sich von der Metaphysik getrennt und sie Religion genannt. Damit ist die ganzheitliche Betrachtung des Lebens durch seine Zerstückelung in materielle Bausteine ersetzt worden. Das Ergebnis ist Blindheit für die Zusammenhänge.

Geträumt um Mitternacht

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