Ye Shiwen

Wie kann man im „professionellen Sport“ noch von einer „Unschuldsvermutung“ sprechen, wo die Motivation nicht der Sieg über sich selbst, sondern der Sieg über alle anderen ist – um sich daran finanziell zu bereichern!

Welche Mittel sind Recht? Wo kein Kläger ist, ist auch kein Angeklagter. Und solange alle im gleichen Boot sitzen, wird sich nichts ändern. Die Tour de France existiert weiter, egal, wie tief der Sumpf des Drogenmissbrauchs in der Radsportszene ist.

Der Profisport hat in meinen Augen nichts mit Ehre zu tun. Die Medaillen sind schmutzig.

„Ye sah aus wie Superwoman. Und immer, wenn jemand in der Geschichte unseres Sports aussah wie Superwoman, stellte sich später heraus, dass Doping im Spiel war“, sagte Leonard, der seit mehr als 40 Jahren im Geschäft ist: „Die letzten 100 Meter erinnerten mich an einige Schwimmerinnen aus der DDR und eine junge Irin im Finale über 400 m Lagen bei den Spielen in Atlanta 1996.“

(„Ich finde das ne starke Unverschämtheit, gerade, wenn ich an meine Vergangenheit denke. Ich bin 1992 zu den olympischen Spielen gefahren. Da war ich 14. Und war auch sehr erfolgreich. Da hat man mich auch nicht so an den Pranger gestellt. Solange die Unschuldsvermutung da ist, hat man auch nichts zu sagen …“ meint Franziska van Almsick – eben gerade im ARD – dazu.)

John Leonard widersprach: „Ich habe die Leute gehört, die sagen: ‚Nun ja, sie ist 16, und in diesem Alter passieren halt unglaubliche Dinge‘. Aber es tut mir leid: Nicht so unglaubliche!“
(Turbo-Schwimmerin Ye Shiwen wie dopingverseuchte DDR-Athletinnen)

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