Qigong am Sonntag Morgen vor dem Hamburger Rathaus

Heute Vormittag habe ich zum ersten mal am freien Training auf dem Hamburger Rathausmarkt teilgenommen. Divyam de Martin-Sommerfeldt leitete es an, und Jan Leminsky hielt es mit der Kamera fest.

Wir übten Bewegungen des Qigong, z.B. der Kranich breitet die Flügel aus, Qigong-Fauststoß, Wolkenhände, eine Seidenübung und verschiedene Übungen der Acht Brokate (八锻锦 – Ein neues Wort für mein Chinesischwörterbuch ). Während Divyam teilweise die Hüfte steif hielt, während er die Arme bewegte, hielt ich mich lieber an das, was ich im Taijiquan gelernt habe: den Körper verbinden. Bewegt sich ein Teil des Körpers, bewegt sich alles. Steht ein Teil des Körpers still, ist der ganze Körper in Ruhe. (Ich denke, dass das im Qigong nicht so streng gesehen wird.)

Viele Passanten verschiedener Hautfarbe blieben stehen, um uns zu beobachten oder zu fotografieren. Einige stellten sich auch dazu, um mit zu machen. Andere taten dies aus der Ferne. Eine Chinesin meinte im Vorübergehen fragend „Gong Fu (功夫)?“. Es gab sogar jemanden, der vollkommen achtlos zwischen uns durch ging und eine Teilnehmerin anrempelte.

Mir hat’s Spaß gemacht, und ich freue mich, dass es Menschen gibt, die es sich trauen, mit dieser asiatischen Kunst in die (abendländische) Öffentlichkeit zu gehen. Es ist ein Anstoß für Leute, die sowas kaum kennen, es einfach mal auszuprobieren, weil ihr Interesse geweckt wird. Und die Taijiquan- und Qigong-Welt wird offener für einander, wenn man erkennt, dass die anderen nicht beißen.

P.S. Weil Divyam meinte, dass man meine Worte auch falsch verstehen kann, möchte ich hiermit richtig stellen, dass er die Übungen korrekt angeleitet hat, während ich teilweise davon abgewichen bin. Ich hatte nicht die Absicht, in diesem Artikel irgendetwas zu kritisieren!

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5 Antworten zu Qigong am Sonntag Morgen vor dem Hamburger Rathaus

  1. avatar DivyamNo Gravatar sagt:

    Hallo Jörg,

    das ist ja toll dass du Heute gemerkt hast, das Qigong und Taijiquan unterschiedlich sind. Bin aber doch erstaunt was du so durch eine lange weite Jacke wahrnehmen kannst, alle Achtung! Ich selbst bin aller dingst bemüht meine Bewegungen in Verbindung mit der Körpermitte zumachen, ohne die Festigkeit und Flexibilität zu verlieren. Auch beim Qigong ist es optimal wenn alles in Verbindung von Kopf bis Fuß ist, für einen ständigem Qi Fluss. Im Becken befindet sich das Zentrum von dem alles ausgeht und zurückkehrt. Ein Tipp von Kollege zu Kollege, schau mal ob du auch noch was verbessern kannst z.B. Körperhaltung/Struktur während den Bewegungen. Ich selbst werde mal hin schauen bei mir, was du gesagt hast. Den in dem Trubel kann es schon sein das ich mehr Außen bei Schülern und anderem war als Innen bei mir selbst. Schön das du vorbei gekommen bist in der Öffentlichkeit mit zumachen, und so dazu beigetragen hast unsere Kunst zu verbreiten. Würde mich Freuen, wenn noch mehr Kollegen aus der Szene unaufgefordert bei solchen Veranstaltungen mitmachen würden so wie Du.

    Liebe Grüße und danke für dein Internet Fit back Divyam

    • Hallo Divyam,

      ich fühle mich geehrt, dass du mich schon zu deinen Kollegen zählst.

      Sicherlich will ich noch viel verbessern! Meine Körperhaltung während der Bewegungen nehme ich noch nicht so gut wahr, dass ich an diesem Punkt auf die Korrektur durch meinen Lehrer verzichten könnte. Gerade diese Korrektur ermöglicht mir meine Entwicklung.

      Die Übung, auf welche sich meine Bemerkung mit der Hüfte bezog, war die mit den (visualisierten) Bällen, welche wir kreisförmig vor dem Körper bewegt haben. Einhändig ist es natürlich etwas anderes als zweihändig. Bei der Bewegung beider Hände wird das Becken – um das 丹田 Dāntián – natürlich nicht rotieren.

      Bei den Wolkenhänden wunderte mich, dass du das Gewicht (nach meiner Beobachtung) nicht oder kaum verlagert hast. Dabei habe ich mich auch an den Seidenübungen orientiert, was im Chen Taijiquan das Prinzip jeder Bewegung sein soll. Hüftdrehung und Gewichtsverlagerung spielen darin eine große Rolle.

      Mal schaun, was die anderen Kollegen zukünftig machen!

      Ciao – Bis bald

  2. avatar DivyamNo Gravatar sagt:

    Lieber Jörg,

    Du machst Taijiquan und ich auch, so denke ich mal wir sind da so stümpernde Kollegen. Mein Schwerpunkt liegt auf dem Qigong. Es wäre schön bevor du was in der Öffentlichkeit bringt dich erst mal Schlau zu machen um was für Übungen es sich überhaupt handelt, und vor Ort erst mal darüber auszutauschen, Zeit dazu hatten wir ja. Die Übung mit dem Ball die wir gemacht haben wird tatsächlich mit festem Becken gemacht und der Kopf bewegt sich auch nicht. Innerlich beginnt die die Bewegung aber Trotz alle dem in unser Körpermitte. Die Wolkenhände waren nicht aus dem Chen- System und ich sah keinen Grund, dich heute als Gast zu korrigieren. Du machst Chen Taijiquan und für Dich war es ja richtig so, also habe ich dich so gelassen wie du sie machst. Es gibt halt verschiedene Systeme und Stile auch wenn die Prinzipien gleich sind so geht jedes System individuell vor. Sonst gebe es ja keine Unterscheidungen.

    Die Aktion mit Qigong ( nicht Taijiquan ) sollte einfach nur Spaß machen und eine Gelegenheit sein mit zumachen.
    Es ist keine klassische Unterrichtseinheit. Und auch nicht zum bewerten gedacht.

    Liebe Grüße
    Divyam

    • Hallo Divyam,

      Nimms leicht! 🙂 Ich hatte kein Bedürfnis, mich zu verbiegen (bzw. steif zu machen), und habe darum „mein Ding“ gemacht. Das ist ein Grund, warum ich Spaß daran hatte.

      Und nun lass uns weiterhin Spaß daran haben!

      Liebe Grüße
      Jörg

  3. avatar DivyamNo Gravatar sagt:

    Auch Dir weiterhin viel Spaß

    Liebe Grüße
    Divyam

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