Wugong

In der Magisterarbeit Thomas Schmidt-Herzogs ist zu lesen:

Der Begriff Wugong (武功) wird vor allem in den Wuxia-Romanen Jin Yongs (金庸) als Bezeichnung für alle Methoden chinesischer Kampfkunst verwendet. Gong bedeutet soviel wie Zeit und Energie, die man in die Meisterung einer Technik investiert. Hat man Gong kultiviert, so bezeichnet dieser Ausdruck ein meisterliches Können, welches in den Romanen Jin Yongs mit einer inneren Kraft kombiniert ist (Gongli, 功力). Da dies eine innere Kraft ist, spricht man auch von Neigong (內功). Die Verwendung des Zeichens Gong bei Jin Yong lässt darauf schließen, dass der Autor der inneren Kraft, welche durch die Praxis der Kampfkünste kultiviert wird, besondere Bedeutung zuspricht. Auch in der kontemporären Kampfkunstpraxis wird bei denen, die der inneren Kraft (Neili, 內力) besonderes Augenmerk widmen, der Begriff Wugong verwendet.
(S. 3 – Fußnote 4)

Was Wuxia-Romane sind, wird auf S. 13 der Magisterarbeit erklärt.

Im Taijiquan wird der inneren Kraft besondere Aufmerksamkeit gewidmet – zumindest sollte dies der Fall sein. Daher kann man m.E. Taijiquan als eine Form des Wugong bezeichnen, als innere Arbeit (Gong, 功) zur Kultivierung der inneren Kraft in der Kampfkunst (Wu, 武). Es wäre eine Möglichkeit, das Taijiquan vom Wushu abzugrenzen, was in China die Bedeutung einer modernen, leistungsorientierten Vorführungskampfkunst hat.

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