Das gleiche Prinzip

Seit Anfang Dezember bin ich im Klavierunterricht bei Jing Li, meiner zweiten Klavierlehrerin. Angefangen hatte ich vor knapp vier Jahren (am 28. Februar 2011), eine Woche nach meinem 41. Geburtstag, mit dem Unterricht. Nach zwei Jahren beendete ich ihn, da ich gerne Orgelspielen lernen wollte und dafür einen Lehrer suchte. Dieses Unterfangen scheiterte dann jedoch nach kurzer Zeit: kein Geld, kein Instrument zum Üben, das Gefühl, mich zu überfordern.

Auch wenn ich die Noten lesen und mich darin zurecht finden kann, habe ich mir in den letzten vier Jahren eine Spielweise angewöhnt, die nicht optimal ist. Von Jing Li werde ich angehalten, die Verkrampfung der Hände zu lösen, um dadurch gelöster, schneller und ausdrucksvoller spielen zu können. Das Spiel soll nicht eindimensional bleiben.

Auf dem Heimweg vom Unterricht fiel mir heute wieder auf, wie verspannt und schmerzhaft sich die Gelenke meiner Finger anfühlten. Das ist – wie im Taijiquan – der erste Schritt, zu spüren, wo Spannung ist. Ich mag zwar jetzt meine Finger im Unterricht entspannter bewegen, als ich es gewohnt bin, doch die Entspannung führt nicht zum Wohlgefühl, sondern zum Schmerz – wie im Taijiquan. Erst wenn es für die Hände normal geworden ist, die Spannung aufzugeben, wird der Schmerz einem Wohlgefühl weichen.

So kann mir das Klavierspiel ein Lehrer fürs Taiji sein. Ich lerne loszulassen.

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2 Kommentare zu Das gleiche Prinzip

  1. avatar AngelikaNo Gravatar sagt:

    Was für ein schönes Beispiel, dass Taijiquan eben nicht nur beim Taijiquan passiert, sondern eigentlich IMMER! Ich merke das oft beim Fahrradfahren, dass ich da noch mehr in den Schultern loslassen kann.

  2. Danke für den Kommentar, Angelika. 🙂

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