DB – Geschichtenwettbewerb

DB Bahn:
Hobby-Autoren aufgepasst – gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung suchen wir die besten Kurzgeschichten rund ums Bahnfahren.
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Es wird wieder Sommer. Nach vielen Wochen des gleichmäßig wechselhaften Wetters in Norddeutschland ohne längere Sonnenscheinphasen war das vergangene Wochenende eine beglückende Ausnahme. Die Ostsee lockte mich nach Boltenhagen. Ohne lange zu zögern stürzte ich mich zu meinem ersten Bad des Jahres in die kühlen Fluten. Nur wenige taten es mir gleich. Ein Junge , der es besonders lange aus hielt, beeindruckte mich. Aus dem Wasser gestiegen, genoss ich es, mit meinem Papa an einem ruhigen Platz zu sitzen, um die Stille und den Blick auf das frische Grün um uns herum zu genießen. Langsam wurden meine Hände wieder warm. Das kurze Bad hatte sie ordentlich abgekühlt.

Dann machten wir einen Spaziergang über die Promenade. Unterwegs genehmigten wir uns ein Fischbrötchen und suchten uns ein Plätzchen zwischen den Imbissbüdchen, um es zu verschnabulieren. Die Musik, welche sich aus Lautsprechern über uns ergoss, war zweifellos vom Ballermann abgeguckt. Womit hatten wir das verdient? Mit Ostseeflair hatte das überhaupt nichts zu tun. Bald suchten wir das Weite…

Als ich mich von meinem Papa verabschiedet hatte, begab ich mich auf den Heimweg mit der Deutschen Bahn. Beim Warten auf meinen Zug am Schweriner Hauptbahnhof überkam mich das dringende Bedürfnis, das Stille Örtchen – eine Bezahltoilette – aufzusuchen, was mir besser nicht passiert wäre. Die Toilette ist ein absoluter Saustall. Ich erinnerte mich, vor etwa zwei Monaten schon einmal dort vorbei geschaut zu haben, und die Einrichtung hat sich nicht verändert. Eine Toilette war mit Scheiße beschmiert, auf der zweiten Toilette war ein Rest von Papier auf dem Boden zu sehen – von Klopapier keine Spur. Nur die dritte Toilette war überhaupt zu benutzen, auch wenn der Klopapierhalter kaputt war. Es gab kein funktionierendes Waschbecken. Ist dies das Niveau einer Landeshauptstadt oder der Deutschen Bahn? Ich bin entsetzt.

Glücklich, aus dem Saustall heraus zu sein, stieg ich in den IC und fuhr nach Hause.

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